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Montabaurs Geschichte

Die über 1000 Jahre alte Stadt Montabaur wurde zum ersten Mal 959 bei der Einweihung der ersten steinernen Kirche in Humbach im Westerwald urkundlich erwähnt. 

Das „Humbacense Castellum“ wurde vermutlich im späten 6. Jahrhundert erbaut. Allerdings blieb das Gebiet um die Wehranlage als Herrschaftsresidenz vorerst unbedeutend. Erst um 1212 ließ der Erzbischof Dietrich II. von Wied das „Humbacense Castellum“ gegen seinen Feind, den Grafen von Nassau, erweitern und mit einem Wachturm ausstatten. Im Zuge seines Sieges ließ der Graf von Nassau die Burg zerstören und nahm Dietrich II. gefangen.

Nach seiner Freilassung nahm der Erzbischof Dietrich II. von Wied an einem Kreuzzug (1223/24), ins Heilige Land teil. Im Anschluss baute er die Burg neu auf und gab ihr in Erinnerung an den Kreuzzug und die uneinnehmbare Festung auf dem Berg Tabor, den Namen „Mons Tabor-Berg Tabor“. Daraus entwickelte sich später der Name Montabaur. 

1291 erteilte König Rudolf von Habsburg Montabaur das Stadtrecht, was die Bewohner dazu bemächtigte Wochenmärkte abzuhalten und eine Stadtmauer zubauen. Teile dieser Stadtmauer sind bis heute erhalten. 

1520 wurde die Burg unter Erzbischof Richard von Greifenklau zu Vollrads zu dem Renaissanceschloss, das wir heute kennen, umgebaut. Zu dieser Zeit gab es etwa 500 Wollweber in Montabaur. Die gute Qualität der „Montapeurer“ Tuchfabriken war, bis Straßburg bekannt und bildete Montabaurs wichtigsten Wirtschaftszweig.

Wegen seiner zentralen Lage wurde Montabaur 1631 während des 30jährigen Krieges von den Schweden besetzt und direkter Schauplatz des Krieges.

Das Schloss blieb bis 1802 eine Residenz der Kurfürsten zu Trier und gelangte danach an die Kurfürsten von Nassau.

1866 zu Ende des Preußisch-Österreichischem Krieges verlor der Herzog von Nassau sein Herzogtum und Montabaur wurde preußisch.

1945 gehörte der Unterwesterwaldkreis mit drei weiteren zur französischen Besatzungszone. 1946 wurde aus diesen vier Kreisen der Regierungsbezirk Montabaur. Dieser war einer von fünf Regierungsbezirken im heutigen Rheinland-Pfalz. 1969 wurde der Regierungsbezirk aufgelöst. Der Landrat und die Bezirksregierung saßen zu dieser Zeit im Schloss Montabaur. Seit 1975 nutzt die Deutsche Genossenschaft das Schloss als Weiterbildungsstätte für Mitarbeiter, welches an sie verkauft wurde. 

Heute werden im Schloss unter anderem open-air Klassikkonzerte aufgeführt. Man kann als Gast aber auch durch die großen Mauern und den Rittersaal Schlossromantik erleben. Auch in der Stadthalle „Haus Mons Tabor“ stehen Tanzaufführungen, Konzerte, Musicals oder Comedy auf dem Programm.

Durch einen Spaziergang ist es Gästen möglich die malerischen Fachwerkhäuser der Altstadt, sowie die zum Teil erhaltene Stadtmauer zu bewundern. Die Montabaur Innenstadt wird durch Zahlreiche Märkte, Fastnachtsveranstaltungen sowie die Kirmes belebt, welche jedes Jahr tausende Besucher anlocken.